
Allmendingen auf dem Weg ins Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Erster Austausch mit Akteuren aus der Gemeinde und dem Biosphären-Team
Am Freitag, den 18. Juli, fand in Allmendingen ein erster Austausch zwischen engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertreterinnen und Vertretern des Biosphärengebiets Schwäbische Alb statt. Rund 40 Teilnehmende aus den Bereichen Landwirtschaft, Gastronomie, Bildung, Vereinswesen und Kommunalpolitik waren der Einladung der Gemeinde gefolgt. Ziel der Veranstaltung war es, über Fördermöglichkeiten zu informieren, Perspektiven aufzuzeigen und gemeinsam erste Projektideen für unsere Gemeinde zu entwickeln.
Drei Stationen, viele Themen, gemeinsame Ziele
Im Mittelpunkt stand der direkte Austausch an drei ausgewählten Stationen in der Gemeinde:
Am Schmiechner See wurde über Naturschutz und Bildung für nachhaltige Entwicklung gesprochen. Besonders lebendig diskutiert wurde die Idee eines „Blauen Klassenzimmers“ – ein Lern- und Erlebnisort in der Natur.
Im Museum Grötzingen richtete sich der Blick auf nachhaltigen Tourismus und kulturelle Bildung. Hier zeigte sich das große Potenzial, Allmendingen als Kultur- und Erlebnisstandort weiterzuentwickeln.
Im Gasthof Hasen in Ennahofen stand die regionale Vermarktung im Mittelpunkt. Themen wie Direktvermarktung, nachhaltige Landwirtschaft und die Stärkung regionaler Kreisläufe stießen auf großes Interesse.
Begleitet wurden die Stationen von Fachreferenten des Biosphärengebiets Schwäbische Alb, die nicht nur informierten, sondern auch gezielt auf die Fragen und Anregungen der Teilnehmenden eingingen.
Erste Impulse für konkrete Projekte
Die Gespräche machten deutlich: Das Interesse in der Bürgerschaft ist groß, und die Ideen sind vielfältig. Genannt wurden unter anderem die Weiterentwicklung der Aussichtsplattform am Schmiechner See, die Einrichtung eines „Blauen Klassenzimmers“ sowie weitere Ansätze, die den nachhaltigen Mehrwert für Allmendingen unterstreichen.
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren durchweg positiv. Viele betonten, dass der Austausch wichtige Impulse gegeben habe und Lust mache, die nächsten Schritte gemeinsam mit dem Biosphärengebiet aktiv anzugehen.
Dank und Ausblick
Dieser Tag war ein gelungener Auftakt für die Zusammenarbeit zwischen Allmendingen und dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Er zeigte eindrucksvoll, dass der Erfolg dieses besonderen Projekts entscheidend vom Engagement der Menschen vor Ort abhängt.
Ein herzlicher Dank gilt allen Mitwirkenden für ihre Zeit, ihre Ideen und ihren Einsatz. Gemeinsam können wir die Chancen nutzen, die das Biosphärengebiet unserer Gemeinde eröffnet!
Erweiterung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb
Hintergrund
Die geplante Erweiterung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb (BSG) bietet Kommunen die Chance, durch die Einbringung neuer Flächen von einer nachhaltigen Regionalentwicklung zu profitieren. Die Fläche des Biosphärengebiets soll um knapp 42 % auf ca. 121.000 ha wachsen. Neben 15 bestehenden Mitgliedskommunen, die zusätzliche Gebiete einbringen, streben sechs neue Kommunen, darunter die Gemeinde Allmendingen, einen Beitritt an.
Die Gemeinde Allmendingen plant, dem BSG beizutreten und eine Fläche von 2.205 ha einzubringen, darunter bedeutende Landschaften wie die Lutherischen Berge, der Schmiechener See und das Naturschutzgebiet Hausener Berg.
Nutzen des Beitritts
Die Teilnahme am Biosphärengebiet bringt der Gemeinde Allmendingen zahlreiche Vorteile:
Wirtschaftliche Förderung: Jährlich fließen durchschnittlich 1,2 Millionen Euro an Fördermitteln in die Region, davon 200.000 Euro über das Förderprogramm des BSG.
Tourismus: Gäste, die das Biosphärengebiet besuchen, generieren jährlich ca. 16 Millionen Euro an Mehreinnahmen.
Projektförderung: Über 600 Modellprojekte wurden in Handlungsfeldern wie nachhaltiger Tourismus, Bildung, Naturschutz und Regionalvermarktung realisiert.
Regionaler Mehrwert: Die Stärkung der regionalen Identität, Marketingvorteile und neue Wertschöpfungsketten tragen zur nachhaltigen Entwicklung bei.
Die Einbringung von Flächen in das Biosphärengebiet erfolgt auf freiwilliger Basis. Die Teilnahme an Projekten steht Bürgern, Institutionen und Unternehmen offen, die aktiv mitgestalten können.
Prozess der Erweiterung
Seit November 2022 hat die Gemeinde Allmendingen mehrere Schritte zur Gebietserweiterung unternommen:
10.11.2022: Start Interessensbekundung neuer Kommunen
15.11.2022: Interessensbekundung abgegeben.
30.11.2022: Auftaktveranstaltung in Hohenstein
28.02.2023: Motivationsschreiben der Ortschafts- und Gemeinderäte der Lutherischen Berge
23.03.2023: Abgabe des Bewerbungsschreibens
12.07.2023: Bürgerworkshop zur Erweiterung des Biosphärengebiets
19.02.2024: Workshop der beteiligten Kommunen
03.06.2024: Fachgespräch zur Landwirtschaft
Die vorgeschlagenen Flächen wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Kreisforstamt und der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets abgestimmt und durch die „Arbeitsgruppe Zonierung“ fachlich geprüft.



Vorgeschlagene Maßnahmen
Ausweisung eines Bannwalds
Eine Fläche von 50 ha, bestehend aus Kommunalwald und einer angrenzenden Landesfläche, wird zunächst als Bannwald ausgewiesen.
Ziel ist die Generierung von Ökopunkten (4 Punkte/m²) zur Kompensation oder zum Verkauf.
Nach der Bannwaldausweisung wird die Fläche in eine Kernzone umgewandelt.
Einbringung von Flächen in das BSG
Vorgeschlagene Zonen:
Kernzone: 50 ha zur Förderung der biologischen Vielfalt.
Pflegezone: 349 ha bestehender Schutz- und Landschaftsschutzgebiete.
Entwicklungszone: 1.791 ha für nachhaltige Landnutzung und Regionalentwicklung.
Mitgliedsbeitrag
Der jährliche Beitrag der Gemeinde wird auf ca. 4.215 Euro geschätzt, wobei das Land Baden-Württemberg 70 % der Kosten übernimmt.
Fazit
Die Erweiterung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb bietet Allmendingen zahlreiche ökologische, wirtschaftliche und soziale Vorteile. Durch die Einbindung in das BSG kann die Gemeinde ihre nachhaltige Entwicklung stärken, regionale Identität fördern und von langfristigen Förderungen profitieren.
Beschlussvorschläge der Gemeinderatssitzung vom 18.09.2024
Der Gemeinderat beschließt die Ausweisung eines Bannwalds von ca. 50 ha und stellt einen Antrag zur Anerkennung von Ökopunkten.
Der Gemeinderat stimmt dem Einbringen der in Anlage 1 vorgeschlagenen Flächen in das Biosphärengebiet Schwäbische Alb zu.
Der Gemeinderat stimmt der Ausweisung von Kern-, Pflege- und Entwicklungszonen gemäß den vorgeschlagenen Flächen zu.
Der Gemeinderat erteilt der Kommunalverwaltung die Erlaubnis, den finalen Mitgliedsbeitrag zu verhandeln und über die endgültige Höhe zu informieren.







