Bürgermeister
Florian Teichmann

„Demokratie, das sind wir alle. 
Jeder soll erfahren, dass es auf ihn ankommt.“
Horst Köhler
Ehem. Deutscher Bundespräsident

 

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Zukünftige Wohnbauentwicklung von Allmendingen Süd

Die Gemeinde Allmendingen verfolgt auch in den kommenden Jahren eine klare Strategie zur baulichen Weiterentwicklung, die sich insbesondere auf den Süden der Gemeinde konzentriert. Das Gebiet „Allmendingen Süd“ spielt dabei eine zentrale Rolle in der mittel- bis langfristigen Planung und wird voraussichtlich maßgeblich zur Weiterentwicklung der Gemeinde beitragen.

 

Grunderwerb und Entwicklungsperspektiven

In den letzten Jahren konnte bereits einige der benötigten Grundstücke im Bereich Allmendingen Süd erworben werden. Das Gebiet selbst ist jedoch sehr groß, sodass sich der Grunderwerb noch über mehrere Jahre erstrecken wird. Aufgrund dieser langfristigen Perspektive liegt die derzeitige Priorität auf der Erschließung und Entwicklung von Gebieten, die bereits eine höhere Planungsreife erreicht haben. 

 

Zu den vorrangigen Projekten gehören unter anderem die Erschließung der „Alten Gärtnerei“ sowie die Entwicklung der Bebauungspläne „Hinter der Kirche“ und „Witzensteige“. Diese Gebiete bieten ausreichend Potenzial, um den kurzfristigen und mittelfristigen Bedarf an Bauplätzen zu decken. Da sie bereits in einem fortgeschrittenen Planungsstadium sind, sind sie derzeit von höherer Priorität.

 

Mittelfristige und langfristige Perspektive für Allmendingen Süd

Trotz der aktuellen Priorisierung anderer Gebiete ist die Entwicklung von Allmendingen Süd keineswegs ausgesetzt. Im Gegenteil – dieses Gebiet wird als das wichtigste Projekt in der mittel- bis langfristigen Planung angesehen. Aufgrund seiner Größe und strategischen Lage hat es das Potenzial, einen erheblichen Beitrag zur künftigen Siedlungsentwicklung zu leisten.

 

Die Planungen für Allmendingen Süd laufen weiterhin parallel zu den anderen Projekten. Der Grunderwerb wird fortgesetzt, sobald sich entsprechende Gelegenheiten ergeben, während gleichzeitig vorbereitende Planungsmaßnahmen durchgeführt werden. Diese Maßnahmen werden darauf abzielen, das Gebiet in naher Zukunft für den Bau von Wohnhäusern vorzubereiten und die erforderliche Infrastruktur zu schaffen.

 

Lärmkontingentierung im Gewerbegebiet Riedäcker

Ein bedeutender Aspekt der weiteren Planung für das Gebiet Allmendingen Süd ist die Lärmkontingentierung im angrenzenden Gewerbegebiet Riedäcker. Diese Maßnahme ist von zentraler Bedeutung, da sie sowohl den dort ansässigen Gewerbebetrieben als auch der späteren Entwicklung von Wohnbauflächen zugutekommt.

 

Die Lärmkontingentierung soll dazu beitragen, die Lärmemissionen im Gewerbegebiet zu regulieren und sicherzustellen, dass die Entwicklung von Wohngebieten im Süden der Gemeinde ohne erhebliche Lärmbelästigungen umgesetzt werden kann. Für die Gewerbebetriebe stellt diese Maßnahme einen Vorteil dar, da sie eine klarere und gerechtere Regelung des erlaubten Lärmpegels ermöglicht. Für die künftigen Wohnbaugebiete schafft diese Maßnahme die Grundlage, auf der auch in der Nähe des Gewerbegebiets Wohnhäuser entstehen können, ohne dass es zu Konflikten zwischen den unterschiedlichen Nutzungen kommt. Die Lärmkontingentierung ist somit ein wichtiger Baustein für die nachhaltige und integrierte Entwicklung des Gebiets und stellt sicher, dass sowohl die gewerblichen als auch die Wohninteressen miteinander in Einklang gebracht werden.

 

Besondere Herausforderungen im Gebiet Allmendingen Süd

Ein zentraler Aspekt bei der Entwicklung von Allmendingen Süd sind die Lärmkonflikte, die in diesem Gebiet bewältigt werden müssen. Diese Lärmquellen stellen eine erhebliche Herausforderung dar, da sie die Lebensqualität der künftigen Bewohner beeinträchtigen könnten. Zu den wichtigsten Lärmquellen gehören:

  1. Gewerbelärm im Bereich Riedäcker: Das angrenzende Gewerbegebiet Riedäcker ist eine bedeutende Quelle für Lärm, der durch industrielle Tätigkeiten und Maschinen erzeugt wird. Um zukünftige Konflikte zwischen Gewerbe und Wohnbau zu vermeiden, sind Maßnahmen zur Lärmminderung und -kontingentierung notwendig. Eine sinnvolle Abgrenzung von Gewerbe- und Wohnbereichen wird sicherstellen, dass die Lärmbelastung für die künftigen Bewohner so gering wie möglich bleibt.

  2. Lärm vom REWE-Markt: Der REWE-Markt in der Nähe des Gebiets stellt eine weitere Quelle für Lärm dar, insbesondere durch Lieferverkehre und die Nutzung von Kühlanlagen und anderen Geräten. Diese Geräuschkulisse muss ebenfalls berücksichtigt werden, und es müssen Lösungen gefunden werden, um die Belastung für die geplante Wohnnutzung zu minimieren.

  3. Verkehrslärm von Straße und Schiene: Die nahegelegene Straße sowie die Schieneninfrastruktur verursachen Verkehrslärm, der in das Gebiet hineinträgt. Besonders in den künftigen Wohnbereichen könnte dies eine Herausforderung darstellen. Eine genaue Analyse des Verkehrslärms und entsprechende bauliche Maßnahmen, wie Schallschutzwände oder -fenster, werden erforderlich sein, um die Wohnqualität zu sichern.

  4. Sport- und Veranstaltungsstättenlärm: Der Festplatz, die Turn- und Festhalle, die Vereinsheime, der Tennisplatz und die Freizeiteinrichtungen der Gemeinde sind ebenfalls bedeutende Quellen von Lärm. Besonders während der Sommermonate oder bei großen Veranstaltungen können diese Lärmquellen den Wohnkomfort beeinträchtigen. Eine kluge Planung der Wohngebäude wird notwendig sein, um den Lärmpegel auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Die Kombination dieser verschiedenen Lärmquellen stellt eine erhebliche Herausforderung dar. Eine sorgfältige Planung und koordinierte Lärmschutzmaßnahmen werden erforderlich sein. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf die Lärmminderung durch bauliche Vorkehrungen wie grüne Pufferzonen und schallschutzoptimierte Gebäude gelegt.

 

Grundwasserschutz und Umweltschutz

Ein weiterer wesentlicher Aspekt, der bei der Entwicklung von Allmendingen Süd berücksichtigt werden muss, ist der Grundwasserschutz. In der näheren Umgebung befindet sich die Wasserfassung Umenlau, die der Stadt Ehingen zur Trinkwasserversorgung dient. Der Schutz dieses Wassers ist von höchster Priorität, da jede mögliche Kontamination des Grundwassers schwerwiegende Auswirkungen auf die Wasserversorgung der Region hätte.

 

Bei der Planung und Bebauung müssen daher strenge Auflagen zum Grundwasserschutz eingehalten werden. Dies betrifft sowohl die Wahl der Baumaterialien als auch die Abwasserentsorgung und den Umgang mit potenziell umweltschädlichen Stoffen. Eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Umweltbehörden wird erforderlich sein, um sicherzustellen, dass die Entwicklung im Einklang mit den bestehenden Grundwasserschutzvorgaben erfolgt. Auch die Auswirkungen von Versiegelung und Versorgungsleitungen auf das natürliche Wasserabflussverhalten des Gebiets müssen berücksichtigt werden. Regenwassermanagement und die Schaffung von Versickerungsflächen werden in die Planungen integriert, um den natürlichen Wasserkreislauf zu bewahren.

 
Fazit: Herausforderungen und Chancen

Die bauliche Entwicklung von Allmendingen Süd ist ein ambitioniertes Projekt, das mit zahlreichen Herausforderungen verbunden ist, insbesondere in Bezug auf Lärmschutz und den Grundwasserschutz. Doch mit einer sorgfältigen und ganzheitlichen Planung können diese Herausforderungen erfolgreich bewältigt werden. Die Gemeinde wird weiterhin alle notwendigen Schritte unternehmen, um sicherzustellen, dass sowohl die Umwelt als auch die Lebensqualität der künftigen Bewohner geschützt werden.

 

Die fortlaufende Planung und Entwicklung dieses Gebiets, verbunden mit der kontinuierlichen Bearbeitung der Lärm- und Umweltaspekte, wird es ermöglichen, ein attraktives, nachhaltiges und lebensfreundliches Wohngebiet zu schaffen, das den Bedürfnissen der Bevölkerung auf lange Sicht gerecht wird.